Was macht die Faszination Motorrad aus? Während die Faszination von Autos weitgehend durch Design und Ausführung der Karosserie bestimmt wird, bezieht das Motorrad seine Faszination primär aus der Mechanik. Hier ist alles ehrlich: keine versteckten Karosserieecken sowie freier Blick auf Motor und mechanische Komponenten führen zur unmittelbaren Obligation einer schönen mechanischen Ausführung.

Natürlich spielt die Linienführung ebenso eine beachtliche Rolle. Anders als bei den meisten 4-Rädern folgt diese jedoch der durch die Mechanik vorgegeben Funktion. Da der Fahrer beim Motorrad ein zentraler Faktor darstellt, spielt die Ergonomie ebenfalls eine wichtige Rolle. So wird Design nicht nur schön anzusehen, sondern die Konsequenz mechanischer und ergonomischer Faktoren der Zweirad – Konstruktion.

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Natürlich hat sich die Motorrad – Konstruktion im Laufe der Zeit verändert. Diese Grundcharakteristiken sind jedoch gleich geblieben. Natürlich bieten klassische Motorräder hinsichtlich greifbarer Technik nochmals deutlich mehr als ihre modernen Pendants: der weitgehende Wegfall von Kunststoffen, Blenden und Abdeckungen heben diese Kategorie nochmals auf ein höheres Niveau der mechanischen Faszination.

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Dank modernster CAD/CAM und CNC Technologie können heute mechanische Teile in fast beliebigen Formen erstellt werden. Dies schafft weitgehend uneingeschränkten Spielraum für Designer. Andererseits geht jedoch die funktionale Klar- und Einfachheit verloren. Bei der Konstruktion klassischer Motorräder spielte die Teile-Herstellung auf konventionellen Fertigungsmaschinen eine zentrale Rolle, was automatisch zu einfacheren Einzelteilen führte.

Natürlich machen klassische Motorräder gegenüber ihren modernen Pendants Abstriche im Fahrverhalten und in den Fahrleistungen. Und genau das prädestiniert sie für den heutigen Strasseneinsatz: mit 80 km/h fühlt man sich bereits wie ein Isle of Man Held vergangener Tage. Vibrationen, Geräusche und der ungefilterte Fahrtwind tragen dazu bei, selbst innerhalb unserer strengen Tempolimiten Spass auf zwei Rädern zu haben. Spass in einem Bereich, in welchem moderne Superbikes aufgrund der erforderlichen dynamischen Radlast-Verteilung noch nicht einmal richtig funktionieren.

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Zur Karosserie des Zweirads: besonders bei klassischen Motorrädern ist diese auf ein Minimum reduziert. Klassische Motorräder verfügten oft über handgefertigte Tanks, bei Rennfahrzeugen waren diese meist aus Aluminium. Ein entsprechender Aluminiumtank stellt einen zentralen Punkt im Design eines klassischen Fahrzeugs dar, egal ob es sich um Original oder Café Racer / Scramber Umbau handelt. Aufgrund des hohem Arbeitsaufwands ist diese Handwerkskunst jedoch am Aussterben. Interessierte finden in meinem Beitrag „Wie entsteht ein handgemachter Alutank?“ zusätzliche Informationen zur „Motorrad – Karosserie“.

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Zweifellos faszinieren mich Motorräder in aufgrund oben beschriebener Punkte sowie der aussergewöhnlichen Fahrdynamik mehr als Vierräder. Wer jedoch jetzt den Eindruck gewonnen hat, das ich mich für Autos gar nicht begeistern kann, liegt falsch. Was mich echt reizen würde, ist die Reproduktion eines Fahrzeugs aus der Kategorie welche ich „Motorräder auf vier Rädern“ nenne: Minimalistische klassische Rennautos, dessen Ausführung ebenso mechanisch orientiert ist wie diejenige klassischer Motorräder. Mal sehen was die Zukunft bringt…

honda
ATELIER

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